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Juni 2012, 12. Jahrgang, Ausgabe 6 Ausgabe: Nr. 6 » 1. Juni 2012

Identität als ästhetische Praxis

Von Daniel Morris, 1. Juni 2012
Warum sind so viele der bedeutendsten Fotografen Amerikas jüdischer Herkunft? Die Suche nach einer Antwort führt zu religiösen und kulturellen Motiven. Doch die Suche nach wirtschaftlichem Erfolg spielt ebenfalls eine Rolle in dieser Geschichte.

In den USA haben jüdische Fotografen bei der Entwicklung der Fotografie eine ausserordentliche Rolle gespielt. Bis heute fehlt dafür eine zufriedenstellende Erklärung. Garry Winogrand, selbst ein herausragender Vertreter dieser Kunst, hat in den 1970er Jahren erklärt: «Um... Mehr...

Moment für die Ewigkeit

1. Juni 2012
Garry Winogrand wird mit dem Ausspruch zitiert, alle gute Fotografen seien jüdisch. Dies galt für ihn selbst. Deshalb wird der Innovator der «Strassenfotografie» im kommenden Frühjahr vom Museum of Modern Art in San Francisco mit einer grossen Retrospektive gewürdigt.... Mehr...

Gisèle, Lotte, Yva… Grandes Dames der Fotografie

von Katja Behling, 1. Juni 2012
Porträtfotografie und Modejournalismus ermöglichten jüdischen Fotografinnen im 20. Jahrhundert eine berufliche Entwicklung und erlaubten kreative Experimente. Doch auch gesellschaftliche Zustände und historische Ereignisse prägten ihr Schaffen.
Als Porträtfotografin charakterisierte Gisèle Freund, eine der bedeutendsten jüdischen Fotografinnen ihrer Zeit, Künstler und Intellektuelle in sensiblen Nahaufnahmen. Als Fotojournalistin dokumentierte sie Zeitgeschichte. Ihr analytischer Blick, mit dem sie gesellschaftliche... Mehr...

Todgeweihte Hasen

Von Monica Strauss, 1. Juni 2012
Die Fotografin Taryn Simon und ihre konzeptuellen Bildserien über «Blutlinien» sind momentan im New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) zu sehen.
Mit 37 ist Taryn Simon eigentlich noch fast zu jung für die Anerkennung, die sie bereits als Fotografin gefunden hat. Seit etwa zehn Jahren schafft sie Bildnarrative wie «The Innocents» (Die Unschuldigen, 2003), «An American Index of the Hidden and the Familiar» (Ein... Mehr...

Fotografie und Erinnerung

Von Claudia Willms, 1. Juni 2012
Ein Projekt des Fritz-Bauer-Instituts zeigt Fotografien aus dem Alltag der jüdischen Deutschen in Hessen vor dem Holocaust. Ihre Bedeutung findet sich in den persönlichen Erinnerungen der Nachfahren, aber auch im lokalhistorischen Ansatz der Geschichtsaufarbeitung.
Eine Fotografie «wiederholt mechanisch, was sich existenziell nie mehr wird wiederholen können», so schreibt Roland Barthes in seinem klassischen Essay «La Chambre claire - Note sur la photographie». Das einzelne Foto und das, was es darstellt, lassen sich nicht... Mehr...

«Garry Winogrand hat meinen Vater geschossen!»

Von Miles Ladin, 1. Juni 2012
«Ich fotografiere, um herauszufinden, wie etwas als Fotografie aussieht.» Mit dieser Aussage wurde Garry Winogrand zu einem der bedeutendsten Fotografen nach 1950. Doch viele seiner Aufnahmen werden erst im kommenden Jahr als Teil einer grossen Retrospektive zu sehen sein. Anlass für eine persönliche Würdigung Winogrands von einem jüngeren Kollegen aus New York.
Als mein Vater 21 Jahre alt war, wurde er von einem reichen Onkel in den legendären New Yorker Nachtclub El Morocco eingeladen. Sie sassen nahe der Tanzfläche, als ein Entertainer mit einem vollen Cocktailglas auf dem Kopf erschien und sich direkt vor meinem Vater lang hin fallen lies. Das... Mehr...

Geschichte durch Bilder

Von Gisela Dachs, 1. Juni 2012
Micha Bar-Am fotografiert schon so lange wie es den Staat Israel gibt. In seinem Archiv in Tel Aviv befindet sich ein schier unerschöpfliches Reservoir an Bildern. Gemeinsam mit seiner Frau Orna, auch sie Künstlerin, hat er die rund 500 000 Aufnahmen aber durchaus «im Griff». Beide sitzen oft im Kellergeschoss und sortieren das Material für die nächste Ausstellung.
Mit knapp 82 geht der Israel-Preisträger zwar nicht mehr so oft mit der Kamera aus dem Haus, aber deshalb hat er nicht aufgehört, sich über seinen Beruf und die Rolle von Bildern Gedanken zu machen. Nicht wenige seiner Aufnahmen gelten als ikonenhafte Meilensteine in der Geschichte... Mehr...

Du sollst dir ein Bild machen

Standpunkt von Yves Kugelmann, 1. Juni 2012
Kaleidoskop durch die Geschichte der Pressefotografie.

Capas sterbender Soldat, Cartier-Bressons letztes Foto von Ghandi, Weegees Tatortbilder, Liliens Ikone von Herzl auf dem Basler Hotelbalkon, Nick Uts vor einer Napalm-Bombe flüchtendes Mädchen in Vietnam: Fotos, die Geschichte machten, Geschichte zeigen und sich ins Gedächtnis des 20.... Mehr...

Alles für alle – Performance hinter tausend Masken

Von Katja Behling, 1. Juni 2012
Heilige, Clowns, Society-Ladies – Cindy Sherman, 58, setzt männliche und weibliche Rollen und Verhaltensmuster in Bildsprache um. Sie konzipiert Szenen und hält sie mit der Kamera fest. Mit ihren erzählenden Porträtinstallationen wurde die New Yorkerin zu einer der international führenden Vertreterinnen postmoderner Fotokunst.
Die ersten Verwandlungen und Selbsterfindungen von Cindy Sherman waren kleine Collagen und Selbstporträts. Aber sie enthielten bereits die ganze Idee der Identitäts- und Ich-Befragung, die Shermans Werk seit Jahrzehnten prägt: Ich ist eine andere. Die Collagen langweilten sie auf... Mehr...
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