logo
Mai 2012, 12. Jahrgang, Ausgabe 5 Ausgabe: Nr. 5 » 4. Mai 2012

Sind die Proteste gescheitert?

Von Walter Laqueur, 4. Mai 2012
Die Unzufriedenheit mit den bestehenden Verhältnissen ist 2011 weltweit zum vorherrschenden Thema geworden. Viele dieser Bewegungen sind zumindest vorerst am Ende. Eine Zwischenbilanz.
Ende Dezember kürt das Nachrichtenmagazin Time stets die Persönlichkeit des Jahres. Deren Bild erscheint dann auf der Titelseite und ist Thema des Leitartikels. In der Vergangenheit hat Time Politiker, Wissenschaftler, mitunter sogar Künstler geehrt. Ende 2011 erschien ein vermummtes... Mehr...

Im Anfang war die Revolte

Von Yves Kugelmann, 4. Mai 2012
Vom biblischen Mythos, der französischen Revolution bis zum Citoyen. Frei nach Bob Dylan.
«There are no kings inside the Gates of Eden» («Gates of Eden»). Die Revolte beginnt im Garten Eden. Der erste Mensch probt den ersten Aufstand. Als ob er verheissen wolle, dass die Revolte im Ebenbilde erschaffen wurde. Von der Befreiung aus dem Paradies zieht sie sich wie... Mehr...

Auf die Strasse!

Von Regula Heusser-Markun, 4. Mai 2012
Immer mehr Menschen bekunden ihren Unwillen über das autoritäre Putin-Regime. Der vom Kreml unterdrückte Meinungspluralismus findet ein Forum im Internet und in Demos. Noch probt die Bürgerbewegung den vorwiegend virtuellen Aufstand gegen die reale Macht.
Neu ist es nicht, dass in Russland der öffentliche Raum Ort von Massenaufmärschen ist. Die ganzen sowjetischen Jahrzehnte über war er dafür benutzt worden. Doch Anlass waren von oben organisierte Feiertage mit Teilnahmepflicht: Der 1. Mai, der Tag der Oktoberrevolution, der Tag... Mehr...

Aufstand der Bürger

4. Mai 2012
2011 war das Jahr des Demonstranten. Weltweit gingen Menschen auf die Strassen und besetzten Plätze, um nach mehr Mitsprache und Freiheit zu verlangen. Nun plant die amerikanische Occupy-Bewegung neue Aktionen und in Bahrain nehmen Proteste gegen die Mo­narchie wieder zu. So bietet der Mai... Mehr...

Auf der Suche nach Gerechtigkeit

Von Gisela Dachs, 4. Mai 2012
Fast eine halbe Million Menschen waren am 3. September 2011 in ganz Israel auf die Strasse gegangen. Bürger, die sich längst schon an die Idee gewöhnt hatten, gegen Regierungsstellen, Politik und Bürokratie nichts ausrichten zu können, brachen auf, um die Macht zurückzuerobern.
Dieser grösste Protest in der Geschichte des Landes markierte den Höhepunkt einer Demonstrationswelle, die im Juli zuvor begonnen hatte. Die Initiatoren waren Studenten, die aus Wut über die unbezahlbaren ­Mietpreise auf dem schicken Tel Aviver Rothschild-Boulevard Zelte... Mehr...
DEUTSCHLAND Von Startbahn West bis Stuttgart 21

Die Weisheit der Vielen

Von Christian Böhme , 4. Mai 2012
Die Aufregung in Deutschland hat sich scheinbar gelegt. Aber wer genau hinschaut und hinhört entdeckt, dass auch im Kleinen viel passiert. Denn immer mehr deutsche Bürger fühlen sich von den Parteien nicht mehr vertreten.
Es herrscht Ruhe im Land. Keine lautstarken Proteste. Keine Kundgebungen mit Zehntausenden Teilnehmern. Keine Rufe wie «Wir können alles ausser Demokratie.» Keine Hundertschaften der Polizei. Keine Wasserwerfer. Keine Verletzten. Keine «Wutbürger». Und keine... Mehr...

Kraftwerk für die Revolution

Von Michael Greenberg, 4. Mai 2012
Die Occupy-Aktivisten wollen nicht Politik betreiben, sondern politisches Theater. Darin liegt vorerst eine wesentliche Bedeutung von Occupy Wall Street.

Dank Occupy Wall Street (OWS) ist das Verb «occupy» zu einem Schlagwort geworden, zu einem «Hashtag» auf Twitter, das für eine neue und unverfälschte soziale Bewegung steht. Die American Dialect Society hat «occupy» zu ihrem «Wort des Jahres»... Mehr...

Bahrain – Hunger, Heroismus und Hoffnung

Von Ala'a Shehabi, 4. Mai 2012
Der Hungerstreik des Bürgerrechtlers Abdulhadi al-Khawaja lenkt die Aufmerksamkeit der Welt wieder auf die Lage in Bahrain. Dort fordert die von jungen Aktivisten getragene «Bewegung des 14. Februar» das Ende der Monarchie, die von den USA und Saudi-Arabien unterstützt wird.
Während ich in London diesen Beitrag schreibe, schwebt Abdulhadi al-Khawaja in Bahrain in Lebensgefahr. Der prominente Bürgerrechtler wurde vor einem Jahr bei den friedlichen Demonstrationen gegen die Monarchie verhaftet und gefoltert. Anschliessend verurteilte ihn ein Militärgericht... Mehr...

Strategien für David

Von Andreas Mink, 4. Mai 2012
Marshall Ganz hat die «Graswurzel-Organisation» geschult, die Barack Obama in das Weisse Haus getragen hat. Im Gespräch mit aufbau erklärt der Veteran der Bürgerrechtsbewegung das Wechselspiel zwischen sozialen Bewegungen und der Politik in den USA.

Seit 2007 erleben die USA eine erstaunliche Abfolge sozialer Bewegungen mit enormer Wirkung auf die Politik. Zunächst trug eine ebenso enthusiastische, wie disziplinierte Basis-Organisation den charismatischen Aussenseiter Barack Obama in das Weisse Haus. Doch schon wenige Wochen nach seinem... Mehr...

Geld, Politik und «Occupy»

Von Robert Reich, 4. Mai 2012
Ungleiche Verteilung von Einkommen, Vermögen und Chancen sowie die wachsende Macht des Geldes in der US-Politik haben «Occupy Wall Street» hervorgebracht. Die lange Tradition sozialer Bewegungen in den USA begann stets mit moralischer Entrüstung über gravierende Missstände.
Die amerikanische Notenbank hat jüngst die Zahlen über die Einkommensentwicklung der Haushalte im letzten Quartal 2011 veröffentlicht. Demnach konnten die US-Bürger erstmals seit 2009 wieder eine – wenn auch leichte – Zunahme von 0,3 Prozent verzeichnen. Eine gute... Mehr...

Schizophrenie der Präfixbürger

Von Robert Menasse, 4. Mai 2012
Es ist ein noch nicht beschriebenes Phänomen, dass eine Tautologie, also eine simple semantische Verdopplung, zur Voraussetzung einer kollektiven Schizophrenie werden kann. Das «Europa der Bürger» als Kampfbegriff eines bürgerlichen Europas ist dieser Fall.

Seit dem Ende der Teilung Europas, vor allem seit den EU-Erweiterungen von 2004 und 2007, gibt es in ganz Europa kein einziges Land mehr, das man im Hinblick auf politische Organisation, Wirtschaftssystem und Gesellschaft nicht als bürgerlich bezeichnen kann, im Sinne kapitalistischen... Mehr...

«Wir hatten nie Geld, aber Bildung»

Von Yves Kugelmann, 4. Mai 2012
Marina Weisband hat 2011 nach den Berliner Wahlen der Piratenpartei ein Gesicht gegeben. Im Interview mit aufbau spricht sie über das Bürgerverständnis ihrer Generation und die politischen Programme der «Freibeuter».
aufbau: Sie stammen aus Kiew und sind in Deutschland aufgewachsen. Hat diese Biographie Ihr Selbstverständnis als Bürgerin geprägt?marina weisband: Ich fühlte mich lange nicht zugehörig und habe mich nicht in gesellschaftliche Fragen eingemischt. Das war mir auch nicht... Mehr...

Marina Weisband

4. Mai 2012
Die deutsche Politikerin Marina Weisband wurde 1987 in  Kiew geboren und kam als Kontingentflüchtling vor 15 Jahren nach Deutschland. Nach dem Abitur studierte sie Psychologie und arbeitete als freischaffende Künstlerin. Heute ist die gläubige Jüdin politische... Mehr...
» zurück zur Auswahl