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6. Juli 2012, 12. Jahrgang, Ausgabe 27 Ausgabe: Nr. 27 » 6. Juli 2012

Die Gewichte 
verschieben sich

Andreas Schneitter, 6. Juli 2012
Das Kölner Urteil zur Knabenbeschneidung hat eine europäische Tendenz deutlich gemacht: Wird individuelle Selbstbestimmung tangiert, droht der Religionsfreiheit eine Einschränkung. Ganz im Sinne des säkularisierten Rechtsstaates. Ein Blick auf Europa und die Schweiz.
Hat das Landgericht Köln eine Zäsur vollzogen, indem es die ohne medizinische Notwendigkeit erfolgte Knabenbeschneidung als einfache Körperverletzung beurteilte? Seit das Gericht im vergangenen Mai entschied, die Zirkumzision eines muslimischen Knaben sei laut Urteilsbegründung... Mehr...

Eine erste Konsequenz

Valerie Wendenburg, 6. Juli 2012
Die monatelangen Diskussionen um das und im Alters- und Pflegeheim Holbeinhof in Basel führen zu einer 
ersten Konsequenz: Dem amtierenden Geschäftsleiter Abraham J. Guggenheim wird ein Delegierter des 
Stiftungsrats zur Seite gestellt. Daneben muss die Stelle der Pflegedienstleiterin neu besetzt werden.

Die Wogen sind auch knapp ein Jahr nach der Amtsübernahme von Abraham J. Guggenheim als Geschäftsleiter des Alters- und Pflegeheims Holbeinhof in Basel nicht geglättet: Aktuell ist nach dem Weggang der Pflegedienstleiterin die Stelle Leitung Pflege – Mitglied der... Mehr...

Deutschlands jüdische Patrioten

Toby Axelrod, 6. Juli 2012
Schätzungsweise 200 der rund 200 000 in der Bundeswehr dienenden Soldaten und Offiziere sind jüdischer Abstammung. Diese jüdischen Patrioten geniessen volle Gleichberechtigung, doch viele von ihnen haben das Gefühl, die Vergangenheit sei ständig präsent.
Bernhard Fischer, Oberstleutnant in der deutschen Bundeswehr und Jude, sitzt in seinem Büro im deutschen Verteidigungsministerium in Berlin, nicht weit von der Stelle, wo 1944 Claus von Stauffenberg für seinen Versuch, Hitler zu ermorden, hingerichtet worden war. Was hat ein netter... Mehr...

Israels Autofahrern stehen stressige Zeiten bevor

Daniel Schmil, 6. Juli 2012
Riesige Bauarbeiten an der Autobahn Nummer 1, die Leichtbahnen im Gush Dan und in Jerusalem und 
der Haifaer Expressbus Metronit sind alles Projekte, welche bei ihrer Fertigstellung in einigen Jahren die 
Verkehrssituation in Israel möglicherweise verbessern werden. Fürs Erste aber stehen Autofahrern und Anrainern grauenvolle Zeiten bevor.
Wenn Sie meinen, die Verkehrsstaus bei Motza ausserhalb von Jerusalem oder in der Jabotinsky-Strasse in Ramat Gan seien schlimm, warten Sie erst einmal ab. Im Laufe der nächsten Wochen sollen die Bauarbeiten an der Verbesserung der Strasse Nummer 1 zwischen Jerusalem und Tel Aviv... Mehr...

Keine Koalition zu gross, 
um nicht doch zu platzen

Jacques Ungar, 6. Juli 2012
Noch steht Israels Riesen-Koalition. Der immer offenere Schlagabtausch zwischen Regierungschef Binyamin Netanyahu und seinem Vizepremier Shaul Mofaz in der Frage des Gesetzes zur Rekrutierung von Ultraorthodoxen, ergänzt durch das stets drohendere Gebaren der ebenfalls in der Koalition sitzenden Shas-Partei, macht
allerdings klar, dass auch ein Regierungsbündnis, das 97 von 120 Knessetabgeordneten einschliesst, nicht mehr viel wert ist, wenn es ans Eingemachte geht und die Diskrepanzen sich als unüberbrückbar erweisen.
Im Zentrum des momentanen parlamentarischen Ringens steht einmal mehr Binyamin Netanyahu, der meint, wenn nötig mit der Brechstange seinen Willen durchsetzen zu können. Im Klartext: Netanyahu schwebt eine Lösung vor, in der die Charedim (Ultrareligiösen) in irgendeiner Form der... Mehr...

Krise der charedischen 
Lebensweise?

Eva Pruschy, 6. Juli 2012
Die Soziologin und Anthropologin Nurit Stadler hat die charedische Lebenswelt über zehn Jahre lang 
erforscht und untersucht und die Ergebnisse in ihrer Studie «Yeshiva Fundamentalism – Piety, Gender and 
Resistance in the Ultra-Orthodox World» festgehalten.
Mit der Gründung des neuen Staates entstand in Israel eine neue Form ul-traorthodoxer Frömmigkeit, deren Kernpunkt es war und ist, neben der strengen Ausübung der Gebote die beinahe untergegangene Welt der Thora-Gelehrsamkeit durch 
ausschliessliche Beschäftigung mit dem... Mehr...
LOUVRE

Schützt sich mit israelischer Technologie

10. Juli 2012
8,8 Millionen Besucher jährlich und rund 700 Angestellte bedeuten ein permanentes Sicherheitsrisiko für das berühmte Pariser Museum.
Rund 8,8 Millionen Personen haben im Jahr 2011 den Pariser Louvre besucht. Damit zählt das berühmte Museum weltweit mehr Besucher pro Jahr als irgendein anderes Museum. Auch die Zahlen von fast 35'000 Objekten aus der prähistorischen Ära bis zum 19. Jahrhundert, die auf einer... Mehr...
EILAT

«Iron Dome»-anti-Raketenbatterie in Israels südlichster Stadt aufgestellt

12. Juli 2012
IDF-Sprecherin: «Es ist Gewohnheit der Armee, die Standorte der Batterien gelegentlich zu verschieben.»


Auf grosses Interesse unter der lokalen Bevölkerung in der israelischen Stadt Eilat am Roten Meer stösst eine anti-Raketenbatterie vom Typ «Iron Dome», welche die Armee dort diese Woche in Position gebracht hat. Viele Einwohner lassen es sich nicht nehmen, die Raketen... Mehr...

Denker

William Stern, 6. Juli 2012
Der Autor und Philosoph Walter Benjamin wäre am 15. Juli 120 Jahre alt geworden. Benjamin war eine der prägendsten Figuren sowohl der Philosophie als auch des aufgeklärten Judentums des 20. Jahrhunderts. Geboren 1892 in eine assimilierte jüdische Familie in Berlin, studierte... Mehr...

MAHMOUD ABBAS

Einladung nach Teheran

9. Juli 2012
Auch Ägyptens neuer Präsident soll Teheran seine Aufwartung machen.
Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas hat eine iranische Einladung zur Teilnahme am Gipfeltreffen der blockfreien Staaten angenommen, der Ende August in Teheran stattfinden wird. Laut Medienberichten hat der iranische Vize-Aussenminister Hossein Amir Abdollahian dem... Mehr...
CLAIMS CONFERENCE

Zwei Berichtigungen

11. Juli 2012
Bei unserer Meldung «Claims Conference spricht von einem historischen Durchbruch» vom 10.7.2012 sind uns zwei Ungenauigkeiten unterlaufen, die sich mit der komplexen Thematik erklären lassen. Wir wiederholen nachstehend den Text daher, wobei die korrigierten Stellen fett hervorgehoben sind.


Die für die Verhandlungen mit Deutschland über Wiedergutmachungszahlungen zuständige Claims Conference sprach am Montag in Washington, wo die Gespräche geführt worden sind, von einem «historischen Durchbruch»: Berlin hat sich bereit erklärt,... Mehr...

Rücktritt im Vorstand

Gisela Blau, 6. Juli 2012
Das revidierte Spar-Budget, die Wiederwahl des Gemeinderabbiners und andere gewichtige Traktanden 
beschäftigten die erste Gemeindeversammlung im Jubiläumsjahr beinahe vier Stunden lang.

Die Co-Präsidentin der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich (ICZ), Shella Kertész, konnte trotz wichtiger Traktanden nur 129 Mitglieder begrüssen, die im Lauf des Abends mehrheitlich vorzeitig weggingen. Das Jubiläumsjahr bringt nach der 150-Jahr-Feier im März und der... Mehr...
REKRUTIERUNGSDEBATTE

Aussenminister Lieberman wetzt die Messer

10. Juli 2012
Der Chef von «Israel Beiteinu» will alle Jugendlichen mit 18 Jahren unter die Fahne rufen.

Während zwei von Premier Netanyahu eingesetzte Politiker im Wettkampf gegen die Zeit versuchen, eine Lösung für die Kontroverse rund um die Rekrutierung ultraorthodoxer Jugendlicher in die Armee auszuarbeiten – die Kadima-Partei unter Shaul Mofaz droht im Falle einer... Mehr...
BARENBOIM VOR DEM PAPST

Jüdisch-arabisches Orchester spielt für den Frieden

12. Juli 2012
Benedikt XVI ruft zum Frieden und zum Verzicht auf Gewalt und Waffen im Nahen Osten auf.

Anlässliche eines Konzerts des «west-östlichen Divan», eines vom jüdischen Dirigenten Daniel Barenboim mitbegründeten und geleiteten, aus jungen Musikern aus Israel, den palästinensischen Gebieten und arabischen Ländern bestehenden Orchesters rief... Mehr...

Wandel

Jacques Ungar, 6. Juli 2012
Die meisten Empfehlungen, welche die Trajtenberg-Kommission für sozialen Wandel in ihrem Bericht im vergangenen September unterbreitet hat, sind angenommen worden. Zu diesem Schluss gelangt die Bank 
of Israel in einer vorläufigen Beurteilung. Von den total 117 Empfehlungen, haben... Mehr...

Gespräch mit der Migros

Gisela Blau, 6. Juli 2012
zürich – Mit dem Migros-Genossenschaftsbund führte eine Delegation, bestehend aus Corina Eichenberger-Walther, Präsidentin der Gesellschaft Schweiz-Israel, Alain Zucker, Präsident der Handelskammer Schweiz-Israel, Nicole Poëll, Präsidentin der Plattform der... Mehr...
POLEN

Orchester wird nach Bronislaw Huberman benannt

10. Juli 2012
Der berühmte Violonist gründete 1936 das Palestine Orchestra, Vorläufer des Israelischen Philharmonieorchesters.
Der Stadtrat im südpolnischen Czestochowa gab bekannt, dass das Philharmonieorchester der Stadt nach dem in dem Ort geborenen berühmtem Violonisten Bronislaw Huberman benannt wird. Am 3. Oktober, wenn die renovierte Konzerthalle in Czestochowa eingeweiht wird, findet aus diesem Anlass eine... Mehr...
LONDON

Eier werfende antisemitische Studenten verurteilt

9. Juli 2012
Jeder der Schuldigen muss eine Busse von über 600 Dollar zahlen.

Vier Studenten sind in London für schuldig befunden worden, im Nordwesten der Stadt rohe Eier gegen eine Gruppe von Juden geworfen und antisemitische Beschimpfungen gerufen zu haben. Jeder der Verurteilten muss eine Busse von umgerechnet 642 Dollar zahlen. Ein Teil dieses Geldes wird... Mehr...
NATHAN ENGLANDER

Erhält Frank O’Connor Auszeichnung für Kurzgeschichten

11. Juli 2012
Der Preisträger schwang gegen eine starke internationale Konkurrenz obenaus.

Für seine Sammlung von Kurzgeschichten «What We Talk About When We Talk About Anne Frank» ist dem amerikanisch-jüdischen Autoren Nathan Englander der mit 25000 Euro dotierte Frank O’Connor International Short Story Award für das Jahr 2012 verliehen worden.... Mehr...

Das Kunstfeuerwerk von Martigny

Yves Kugelmann, 6. Juli 2012
«Die Ausstellung ist Zeichen einer 30 Jahre alten Freundschaft» sagte Léonard Gianadda in sichtlich bewegten Worten, versehen mit Anekdoten einer Sammlerfreundschaft, bei der Eröffnung der Ausstellung «Le mythe de la couleur – Van Gogh, Picasso,... Mehr...
ISRAEL

Wirtschaftssanktionen gegen unerwünschte Einwanderer

10. Juli 2012
Transfer von Geldern an Familienangehörige in Afrika wird unter Strafe gestellt.

Eine ministerielle Sonderkommission diskutierte am Montag Sanktionen, welche die wirtschaftlichen Anreize reduzieren sollen, nach Israel zu einzuwanern. Laut offiziellen Angaben hat die Mehrheit der rund 60'000 sich heute in Israel befindlichen Afrikaner die Grenze zum jüdischen Staat illegal... Mehr...
DEUTSCHLAND

Orthodoxe Rabbiner zum Beschneidungsurteil

12. Juli 2012
Front gegen das umstrittene Kölner Gerichtsurteil weitet sich aus.


Die Reaktionen auf das Urteil eines Kölner Gerichts, demzufolge die Beschneidung junger Buben ein krimineller Akt darstellen könnte, ziehen immer weitere Kreise. Jetzt erklärte Rabbiner Pinchas Goldschmidt, Oberrabbiner von Moskau und Präsident der orthodoxen... Mehr...

Neue Denkmodelle

Yoel Marcus, 6. Juli 2012
Keiner weiss so gut wie unsere Führung alles über alles und berät dazu noch die Führer der Grossmächte, wie sie die Welt regieren sollen. Wer, wenn nicht Premierminister Binyamin Netanyahu, war es, der in einem Interview mit der «Washington Post» enthüllte,... Mehr...
BASHAR ASSAD

Keine Angst vor Mubaraks oder Gadhafis Schicksal

9. Juli 2012
Der syrische Präsident nennt Schuldige für den Aufstand und will nichts wissen von einem Rücktritt.

In einem Interview mit dem deutschen TV-Sender ARD meinte der bedrängte syrische Präsident Bashar Assad, 46, er habe keine Angst davor, das gleiche Schicksal zu erleiden, wie der ehemalige ägyptische Präsident Hosni Mubarak oder der ebenfalls gestürzte libysche Machthaber... Mehr...
ÄGYPTEN

Wachsende Spannungen zwischen Präsident und Armee

11. Juli 2012
Mohammed Mursi berief das Parlament ein, obwohl die Generäle es aufgelöst hatten.
Der neue ägyptische Staatspräsident Mohammed Mursi ist zwar noch keine zwei Wochen im Amt, doch mit seiner Anordnung, das Parlament trotz dessen von der Armee im vergangenen Monat verfügten Auflösung bis zur Abhaltung von Neuwahlen ist es ihm bereits gelungen, die Spannungen... Mehr...

«Der traurigste Moment»

Gisela Blau, 6. Juli 2012
Das Internationale Olympische Komitee in Lausanne wird von allen Seiten aufgefordert, am 40. Jahrestag 
des Olympia-Attentats von 1972 in München eine Schweigeminute für die elf ermordeten israelischen Sportler während der bevorstehenden Sommerspiele in London abzuhalten. Bisher lehnte das Komitee dies ab.
Der legendäre Sportreporter Sepp Renggli berichtete von 17 Olympischen Sommer- und Winterspielen mit seiner unverkennbaren Radiostimme und seiner überragenden Kompetenz. Für die Mittagsnachrichten am 5. September 1972 musste er plötzlich Kompetenz auf ungewohntem Terrain zeigen... Mehr...
DEUTSCHLAND

Weitere 300 Millionen für Wiedergutmachung

10. Juli 2012
Claims Conference spricht von einem «historischen Durchbruch».

Die für die Verhandlungen mit Deutschland über Wiedergutmachungszahlungen zuständige Claims Conference sprach am Montag in Washington, wo die Gespräche geführt worden sind, von einem «historischen Durchbruch»: Berlin hat sich bereit erklärt, Zahlungen an... Mehr...
LONDON

Attentatspläne gegen jüdische Wohnviertel enthüllt

12. Juli 2012
Al-Qaida wollte in Stamford Hill und Golders Green zuschlagen.


Auf dem Körper eines in Somalia erschossenen afrikanischen Aktivisten von al-Qaida sollen Dokumente mit detaillierten Plänen für Attacken gegen jüdische Wohnviertel in London gefunden worden sein. Das berichtete die Zeitung «Toronto Star» am Mittwoch. Den... Mehr...
FALASH MURA

Bis März 2014 sollen alle in Israel sein

9. Juli 2012
Flüchtlingslager im äthiopischen Gondar soll möglichst rasch geschlossen werden.
Das israelische Kabinett hat am Sonntag einen Beschluss verabschiedet, demzufolge die restlichen 2200 in Äthiopien auf ihre Einwanderung nach Israel wartenden Falash Mura – Personen, deren Vorfahren unter wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Druck zum Christentum konvertiert hatten... Mehr...
PRÄSIDENT SHIMON PERES

Verzicht auf die Olympia-Zeremonie

11. Juli 2012
Der israelische Staatspräsident wollte im Olympischen Dorf übernachten, um den Schabbat nicht zu entweihen.
Der israelische Staatspräsident Shimon Peres hat seine Teilnahme an der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele am 27. Juli in London abgesagt. Obwohl selber nicht religiös orthodox, verletzt Peres die Schabbatgesetze nicht, wenn er in offizieller Mission für den Staat Israel... Mehr...
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